Dynamics 365 Supply Chain Management: Wie KI im Mittelstand zum Wettbewerbsvorteil wird
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Was die Release Wave 1/2026 für den Mittelstand bringt
Die eigene Lieferkette ist zwar digital aufgestellt, dennoch bleibt die Steuerung aufwändig, fehleranfällig und stark personenabhängig. Transparenz endet oft dort, wo Systemgrenzen beginnen. Und Entscheidungen, die eigentlich Datenbasis brauchen, werden unter Zeitdruck aus dem Bauch heraus getroffen. Wer heute ein mittelständisches Unternehmen führt, kennt solche Themen wohl zu Genüge.
Mit der Release Wave 1/2026 zeigt Microsoft, wie Dynamics 365 Supply Chain Management an genau diesen Stellen wirksamer werden soll:
- mehr KI in der Beschaffung,
- verlässlichere Planung,
- anschlussfähigeres Pricing und
- effizientere Lagerprozesse.
Die genannten Funktionen sind im Microsoft Release Plan für den Zeitraum April bis September 2026 vorgesehen – mit dem Hinweis, dass sich Inhalte und Zeitpläne bis zur Veröffentlichung noch ändern können.
„Die Supply Chain wird intelligenter. 2026 wird für viele Unternehmen deshalb spannend, weil Microsoft KI, Planung, Pricing und Warehouse-Prozesse in Dynamics 365 Supply Chain Management noch stärker zusammenführt. Entscheidend ist dabei nicht nur, welche neuen Funktionen kommen, sondern wie Unternehmen sie sinnvoll in ihre bestehende Prozesslandschaft integrieren.“
Ruben Heinrich, Geschäftsführer Dynamics 365 Finance & Operations | Inway Systems GmbH
KI in der Beschaffung: Lieferantenkommunikation automatisieren
Im Einkaufsalltag vieler Unternehmen sieht die Realität noch so aus: Es wird per E-Mail nachgefasst, Informationen werden manuell zwischen Systemen übertragen, Prioritäten operativ neu gesetzt. Microsoft setzt mit den angekündigten Neuerungen in Dynamics 365 Supply Chain Management genau hier an – nicht als technologische Spielerei, sondern als Hebel für mehr Geschwindigkeit, Transparenz und Prozesssicherheit. Die folgenden Einschätzungen basieren auf den von Microsoft beschriebenen Funktionen.
Was Copilot und KI-Agenten in Dynamics 365 grundsätzlich unterscheidet und welche Funktionen bereits heute verfügbar sind, zeigen wir in unserem Überblick zu Copilot und KI-Agenten in Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management.
Weniger manuelle Abstimmung und mehr Produktivität mit dem Supplier Communications Agent
Mit dem Supplier Communications Agent bringt Microsoft KI-gestützte Unterstützung direkt in Procure-to-Pay-Prozesse. Der Agent hilft Einkaufsteams, manuelle und wiederkehrende Aufgaben regelbasiert zu automatisieren. Dazu gehören unter anderem
- die Nachverfolgung verspäteter Bestellungen,
- Erinnerungen an Lieferanten zur Bestellbestätigung sowie
- die Analyse eingehender E-Mails auf Bestellbestätigungen und Änderungsanforderungen.
Gerade in mittelständischen Organisationen ist Lieferantenkommunikation oft stark personenabhängig und verteilt sich auf Postfächer, Excel-Listen und informelle Abstimmungen. Wenn sich ein Teil dieser Tätigkeiten künftig strukturiert und KI-gestützt abbilden lässt, entsteht ein sehr konkreter Nutzen:
- weniger manueller Aufwand,
- kürzere Reaktionszeiten und
- mehr Transparenz im Beschaffungsprozess.
Entscheidend ist dabei nicht, ob KI-Funktionen technisch verfügbar sind, sondern ob sie im konkreten Prozessumfeld wirklich tragen, welche organisatorischen Voraussetzungen nötig sind und wie sich der Mehrwert belastbar nachweisen lässt. Das gilt für den Supplier Communications Agent ebenso wie für alle weiteren Neuerungen der Wave 1/2026.
Wie der Supplier Communications Agent im Detail funktioniert und was er für den Einkaufsalltag konkret verändert, zeigen wir in unserem Beitrag zum Supplier Communications Agent in Dynamics 365 SCM.
Planungsoptimierung in D365 SCM: CTP-Termine zuverlässiger absichern
Ein weiterer Bereich, in dem der praktische Mehrwert besonders greifbar ist, ist der Schutz bestätigter CTP-Termine in der Planungsoptimierung. Hier werden Material und Kapazität, die bereits bestätigten Lieferzusagen zugeordnet wurden, künftig vor einer Umverteilung auf neuere Anforderungen geschützt.
Das ist in der Praxis hoch relevant. Viele Unternehmen kennen das Problem, dass zugesagte Termine zwar im System bestätigt sind, intern aber später durch Umplanung, Kapazitätskonflikte oder Materialverschiebungen wieder unter Druck geraten. Das führt zu zusätzlichem Abstimmungsaufwand und untergräbt die Verlässlichkeit gegenüber Kunden. Wenn bestätigte Zusagen systemseitig robuster abgesichert werden, verbessert das nicht nur die Planungsqualität, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Lieferzusage.
Für mittelständische Unternehmen mit knappen Ressourcen ist genau das ein echter Wettbewerbsvorteil: Kapazitäten werden dort gebunden, wo sie bereits zugesagt sind, Planungsabweichungen reduzieren sich und die Liefertreue gegenüber Kunden lässt sich verlässlicher einhalten. Die Public Preview ist für April 2026, die allgemeine Verfügbarkeit für September 2026 vorgesehen.
Pricing-API in Dynamics 365 SCM: Preise konsistent über Kanäle und Systeme hinweg
In vielen Unternehmen ist Pricing keine isolierte ERP-Funktion mehr. Portale, kundenspezifische Anwendungen und angrenzende Vertriebssysteme müssen dieselben Preise und Rabatte kennen. Genau hier entsteht in der Praxis oftmals Inkonsistenz: Preislogiken, die im ERP gepflegt werden, kommen im Vertriebskanal nicht zuverlässig an.
Eine neue Preisberechnungs-API adressiert das direkt: Externe Systeme können Preise und einfache Rabatte künftig in Echtzeit aus Dynamics 365 SCM abrufen – ohne Umwege und ohne manuelle Synchronisation. Wichtig zu wissen: Die API deckt einfache Rabattlogiken ab, keine mehrzeiligen Rabattstrukturen. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Juni 2026 geplant.
Für Unternehmen, die Preise über mehrere Touchpoints hinweg konsistent bereitstellen müssen, ist das ein relevanter Schritt. Preise werden dadurch stärker als Bestandteil einer integrierten Systemlandschaft gedacht und nicht nur als isolierte Funktion innerhalb des ERP. Das kann helfen, Inkonsistenzen zu reduzieren und Preislogiken kanalübergreifend sauberer bereitzustellen.
Pricing und Nachfrageprognose: Wenn Preismanagement und Absatzplanung zusammenwachsen
Zusätzlich plant Microsoft eine engere Verbindung zwischen Preisentscheidungen und Nachfrageprognosen. Preis- und Angebotsänderungen werden künftig automatisch mit der Bedarfsplanung synchronisiert, sodass prognostizierte Verkaufsmengen direkt im Pricing-Kontext sichtbar sind. Die Public Preview ist für Juli 2026, die allgemeine Verfügbarkeit für September 2026 angekündigt.
Was sich dahinter verbirgt, ist eine grundlegendere Verschiebung: Preismanagement und Absatzplanung werden nicht länger als getrennte Disziplinen behandelt. Gerade dort, wo Margendruck, Bestandsbindung und Reaktionsgeschwindigkeit eng zusammenhängen, verändert das die Qualität von Preisentscheidungen, weil sie erstmals auf einer gemeinsamen Datenbasis getroffen werden können.
Warehouse Management in D365 SCM: Intelligente Lagersteuerung
Ein klarer Schwerpunkt der Wave 1/2026 liegt außerdem im Warehouse Management von Dynamics 365 Supply Chain Management. In diesem Bereich gibt es gleich mehrere Funktionen, die die operative Effizienz und Flexibilität direkt verbessern. Dazu gehören die
- dynamische Artikelplatzierung,
- die räumliche Standortintelligenz zur Optimierung von Kommissionierrouten,
- die dynamische Arbeitsklassifizierung mit Power Fx
- sowie die Integration mit externen
Arbeitsmanagementsystemen.
Allen Funktionen liegt dasselbe Prinzip zugrunde: Das System reagiert auf die aktuelle Situation im Lager, anstatt starren Regeln zu folgen.
Dynamische Artikelplatzierung: Wareneingänge effizienter steuern
Mit der dynamischen Artikelplatzierung lassen sich je Artikel bevorzugte Lagerorte und Zielmengen definieren. Das System verteilt Bestände während Wareneingängen und Auffüllprozessen automatisch optimal und erzeugt dabei Standortdirektiven und Arbeitsvorlagen gleich mit, was die Einrichtung deutlich vereinfacht.
Räumliche Standortintelligenz: Kommissionierrouten automatisch optimieren
Die räumliche Standortintelligenz adressiert die Wegeoptimierung im Lager. Lagerorte und Zonen können mit Koordinaten versehen werden, damit Kommissionierrouten nach der Wellenverarbeitung effizienter sortiert werden. Ziel ist, Wegezeiten zu reduzieren und die Pick-Leistung zu steigern.
Dynamische Arbeitsklassifizierung mit Power Fx
Mit der dynamischen Arbeitsklassifizierung auf Basis von Power Fx wird auch die operative Steuerung flexibler. Lagerabfragen lassen sich in Echtzeit auswerten, um Aufgaben anhand von Prioritäten oder operativen Daten dynamisch zu klassifizieren. Das reduziert die Konfigurationskomplexität und macht das Warehouse reaktionsfähiger.
Integration externer Arbeitsmanagementsysteme
Hinzu kommt die Integration mit externen Labor- beziehungsweise Arbeitsmanagementsystemen. Ein Standardframework ermöglicht künftig die direkte Anbindung von Ausführungsdaten aus dem Warehouse an externe Systeme für Arbeitsplanung, Terminierung und Leistungsüberwachung.
Gerade im Lager zeigt sich damit sehr konkret, was „intelligente Supply Chain“ in der Praxis bedeutet: weniger starre Logik, mehr situative Steuerung und eine stärkere Datennutzung im operativen Prozess.
ROI von KI und Copilot in der Supply Chain: Was Unternehmen konkret erwarten können
Gerade Investitionen in KI und Copilot in Dynamics 365 Supply Chain Management entfalten dann einen besonders hohen Return on Investment, wenn sie an klaren betrieblichen Pain Points ansetzen. In der Praxis zeigt sich der Nutzen häufig schneller als erwartet: durch weniger manuellen Abstimmungsaufwand, kürzere Durchlaufzeiten, robustere Zusagen, höhere Transparenz und bessere Entscheidungsgrundlagen.
Der ROI ist dabei nicht abstrakt, sondern in vielen Fällen konkret nachvollziehbar:
- etwa über eingesparte Bearbeitungszeit,
- reduzierte Fehlerkosten,
- stabilere Lieferperformance oder
- höhere Produktivität in Einkauf und Lager.
Die wirtschaftliche Bewertung gehört deshalb von Anfang an zur Einführung neuer Funktionen dazu. Denn es geht nicht nur um die Technologieeinführung um ihrer selbst willen. Vielmehr sollten Potenziale dort identifiziert werden, wo sie operative Engpässe tatsächlich entschärfen: in der Lieferantenkommunikation, in der Planungssicherheit, in der Preislogik oder in der Lagersteuerung. So entstehen Lösungen, die nicht nur modern wirken, sondern im Alltag messbar besser funktionieren.
Fazit: Dynamics 365 Supply Chain Management als strategischer Hebel für den Mittelstand
Die Botschaft der Wave 1/2026 ist klar: Die Supply Chain wird intelligenter. Microsoft bringt KI und Automatisierung zunehmend in konkrete Kernprozesse von Einkauf, Planung, Pricing und Lager. Für den deutschen Mittelstand liegt der eigentliche Mehrwert dabei nicht in einzelnen Schlagworten, sondern in robusterer Prozessqualität, schnelleren Entscheidungen und besserer Skalierbarkeit im Tagesgeschäft. Genau daraus können echte Wettbewerbsvorteile entstehen.
Entscheidend ist dabei, die neuen Möglichkeiten in Dynamics 365 Supply Chain Management nicht isoliert als einzelne Features zu betrachten, sondern im Kontext der eigenen Prozesslandschaft zu bewerten. Denn gerade im Lieferkettenmanagement zeigt sich besonders deutlich: Wer gezielt in die richtigen digitalen Hebel investiert, erzielt einen hohen und nachvollziehbaren Return on Investment. Kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular und wir zeigen Ihnen, wie KI- und Copilot-Funktionen sinnvoll eingesetzt werden können und welche Investitionen den höchsten messbaren Nutzen versprechen.
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