Microsoft Enterprise Agreements zum 01.11.2025 ausgelaufen

Marco Niecke

Wen die Änderungen im Lizenzmodell betreffen und was Unternehmen tun können

Parallel zur Preisanpassung von Dynamics 365 Business Central – wir haben auf unserem Blog darüber berichtet – hat Microsoft sein Enterprise Agreement (EA) ebenfalls zum 1. November 2025 angepasst. Betroffen von dieser Änderung sind Unternehmen, die zwischen 500 und 3000 Microsoft Lizenzen im Einsatz haben. In diesem Blogbeitrag beschreiben wir Ihnen kurz, was sich verändert hat und was Sie, sofern Sie betroffen sind, in der jetzigen Situation konkret unternehmen sollten.

Bevor wir Ihnen die Änderungen skizzieren, rufen wir noch einmal kurz in Erinnerung, wie das alte Enterprise Agreement aussah.

Rückblick: So funktionierte das Enterprise Agreement

Das Enterprise Agreement (EA) war das klassische Lizenzmodell für mittelgroße und große Unternehmen bei Microsoft. Unternehmen mit wenigstens 500 qualifizierten Nutzern / Geräten konnten so deutlich bei den Lizenzkosten sparen. Denn ab dieser Größenordnung gab es zusätzliche Rabatte von 6, 9 bis hin zu 12 % auf den Listenpreis bei Enterprise Lizenzen. Microsoft sprach im Zusammenhang mit diesen Einkaufs- bzw. Rabattklassen von „Level“ (z.B. Level A bis Level D, wobei Level A für den Listenpreis steht). Dabei galt dieser Rabatt nicht nur für Dynamics 365 Produkte, sondern über das gesamte Microsoft-Portfolio hinweg (Office, Azure, Windows, Security, diverser Server etc.). Ebenfalls wichtig: Das EA war immer als 3-Jahres-Rahmenvertrag ausgelegt. Die Lizenzpreise wurden über diese Laufzeit fixiert, was Unternehmen eine hohe Planungs- und Budgetsicherheit bot.

 

Was hat Microsoft zum 1. November 2025 konkret geändert?

Wie gezeigt, waren 500 Microsoft Enterprise Lizenzen die Grundvoraussetzung dafür, um am EA teilnehmen zu können. Diese Grenze wurde nun auf 3000 Lizenzen angehoben. In dieser Folge wurde auch das Level-System abgeschafft und die Rabattstufen der Level B bis D gestrichen. Alle Kunden unterhalb 3000 Lizenzen zahlen ab nun den Listenpreis. Für Unternehmen zwischen 500 und 3000 Lizenzen bedeutet diese Änderung folglich einen Preisanstieg um 6% (ehemals Level B), 9% (ehemals Level C) bzw. 12% (ehemals Level D).

Was passiert mit Kunden, deren dreijähriger EA-Vertrag noch nicht ausgelaufen ist?

Unternehmen, deren Enterprise Agreement am 1. November 2025 noch aktiv war, sind von den Änderungen ebenfalls betroffen – aber noch nicht sofort. Bestehende EA-Verträge behalten ihre vereinbarten Konditionen, Preise und Laufzeiten bis zum regulären Vertragsende. Das bedeutet: Rabatte aus den bisherigen Leveln sowie die Preisfixierung gelten weiterhin, allerdings nur bis zum Ablauf des laufenden Vertrags. Eine Verlängerung im klassischen Sinne ist nicht mehr möglich. Läuft das EA aus und liegt die Organisation unterhalb der neuen Mindestgrenze von 3.000 Lizenzen, kann ein neues EA nicht mehr abgeschlossen werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen betroffene Unternehmen auf alternative Lizenzmodelle wechseln.

Welche alternativen Lizenzmodelle gibt es für diese Kunden?

Für Unternehmen, die künftig kein Enterprise Agreement mehr abschließen können, stellt Microsoft diese beiden Lizenzwege bereit:

Cloud Solution Provider (CSP) mit New Customer Experience (NCE)
Das CSP-Modell ist heute der Standard für die Lizenzierung von Microsoft-Cloud-Produkten im Mittelstand. Die New Customer Experience (NCE) definiert dabei die Vertrags- und Abrechnungslogik. Lizenzen werden hier über einen Partner bezogen, sind flexibel anpassbar und können monatlich oder jährlich abgerechnet werden. Eine langfristige Preisfixierung wie im EA gibt es jedoch nicht.

Microsoft Customer Agreement (MCA / MCA-E)
Das MCA ist ein Direktvertrag mit Microsoft ohne feste Laufzeit. Preise sind nicht über mehrere Jahre fixiert und die Software Assurance entfällt. Das Modell eignet sich vor allem für Unternehmen mit klarer Cloud-First-Strategie.

Beide Modelle ersetzen das klassische EA, bieten jedoch weniger Preis- und Planungssicherheit als das frühere Enterprise Agreement.

Warum hat Microsoft sein Lizenzmodel umgestellt?

Microsoft richtet seine Lizenzstrategie derzeit konsequent auf standardisierte Cloud-Modelle aus. Ziel ist es, die bislang komplexe Vertragslandschaft zu vereinfachen und kleinere sowie mittelständische Unternehmen verstärkt in die Modelle wie CSP bzw. NCE und MCA (siehe vorheriger Punkt) zu überführen. Starre 3-Jahres-Verträge mit festen Preisen über alle Microsoft-Produkte hinweg passen zunehmend weniger Strategie von Microsoft.

Gleichzeitig reduziert Microsoft Volumenrabatte und erhöht damit seine wirtschaftliche Effizienz. Individuelle Verhandlungsspielräume sind seit dem 01.11.2025 nur noch sehr großen Business Kunden vorbehalten.

Sind Business Central Kunden von dieser Anpassung betroffen?

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Preisanpassungen von Microsoft und deren Auswirkung auf Business Central Lizenzen unter die Lupe genommen. Ergänzend also hier die Frage, sind auch Business Central Kunden von dieser Anpassung betroffen?

In der Praxis: Nein – zumindest in allermeisten Fällen nicht.

Denn Microsoft Dynamics 365 Business Central richtet sich primär an kleine und mittelständische Unternehmen. Wir selbst kennen kein Unternehmen, dass in der Vergangenheit die frühere EA-Mindestgrenze von 500 Premium Lizenzen auch nur annähernd erreichen konnte. Entsprechend wurde Business Central nicht über ein Enterprise Agreement, sondern über CSP-Modelle lizenziert.

Damit hat die aktuelle EA-Anpassung für klassische Business-Central-Kunden keine unmittelbare Bedeutung.

In der Theorie: Theoretisch konnten Business-Central-Lizenzen natürlich schon Teil des Enterprise Agreements sein. Für den typischen Business-Central-Kunden im KMU-Umfeld spielt das jedoch keine praktische Rolle.

Was sollten Unternehmen in der aktuellen Situation unternehmen?

Unternehmen mit 500 oder mehr Microsoft Premium Lizenzen sollten ihre gesamte Lizenzierung jetzt aktiv überprüfen, insbesondere mit Blick auf auslaufende EA-Verträge.

Wichtig ist eine Bestandsaufnahme der genutzten Lizenzen, die Bewertung möglicher Mehrkosten durch den Wegfall der Rabatte sowie die Auswahl eines passenden Alternativmodells (CSP/NCE oder MCA).

Da Preisfixierungen und automatische Rabatte entfallen, gewinnt Right-Sizing deutlich an Bedeutung. So sollten Sie beispielsweise nur noch Ihre tatsächlich genutzten Lizenzen weiterlaufen lassen, um unnötige Mehrkosten zu vermeiden.

Kurz gesagt: Wenn Sie jetzt handeln, schaffen Sie es womöglich, den Wegfall der Rabatte – sprich die Preissteigerung – gut zu kompensieren. Wenn Sie aber nichts tun und abwarten, zahlen Sie unter Umständen deutlich mehr als früher.  

Eine ausführlichere Roadmap für Ihr Vorgehen – von der Analyse der aktuellen Situation, über die Optimierung Ihres Portfolios bis hin zur strategischen Neuausrichtung Ihrer Lizenzierung – finden Sie auf der Homepage unseres Partners Objektkultur. Hier finden von der EA-Änderung betroffene Unternehmen darüber hinaus noch weitere Informationen sowie eine gute Anlaufstelle für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

 

Gerne können Sie uns Ihre Fragen aber auch auf unserem Kontaktformular hinterlassen.   

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